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Kunst für die Tonne
Macht den Alltag bunt + bringt Lächeln in die Stadt

Quelle:photocase; Foto: view7

Einmal in der Woche ist der „Tag der Grauen“, Egal ob edelste Wohngegend oder sozialer Brennpunkt – bei den Tonnen sind sie alle gleich. Triste graue Dinger reihen sich entlang der Straßen auf, und der einzige Grund warum sie einem auffallen ist – vielleicht – die Tatsache, dass ein heiß begehrter Parkplatz plötzlich blockiert ist.

Dass es auch ganz anders geht, beweist eine Aktion der Stadt Mülheim an der Ruhr. In einer gemeinsamen Aktion der „Social Clubs“ der Stadt (z.B. Bürgerstiftung und Centrum für bürgerschaftliches Engagement, aus deren Kreis auch die Idee stammt), der Oberbürgermeisterin (die mit einem sympathischen Grußwort die Schirmherrschaft übernimmt), der MEG (Mülheimer Entsorgungsgesellschaft, die die Tonnen stellt) und 10 Mülheimer Künstlern, die vorgelegt und die ersten Tonnen gestaltet haben, wurde hier die Aktion „KUNST FÜR DIE TONNE [1]“ gestartet.

Gegen eine Gebühr von 10 Euro kann jeder Mülheimer Bürger seine Restmülltonne künstlerisch gestalten oder gestalten lassen (das muss dann aber selbst bezahlt werden). Ist die Tonne bunt, kann der Hobbykünstler sie in die Tonnengalerie [2] „hochladen“ und einer größeren Öffentlichkeit vorstellen.

Begonnen hat die Aktion im April mit einer großen „Kick-Off“ Veranstaltung (das muss wohl in Globalisierungszeiten so heißen) und dauert (geplant) vom 17. April bis zum 9. Juli 2011 – wobei es

Quelle: Tonnengalerie Mülheim; Tonne 225

dem unbefangenen Betrachter durchaus so scheinen kann, als könne daraus auch ein „bis immer“ werden, weil die Mülheimer einfach nicht mehr ohne „ihre“ bunte Tonne sein wollen.

Mitmachen ist ganz einfach: Man meldet sich an [3], per Anmeldepostkarte oder online, zahlt 10 Euro und darf seine Tonne künstlerisch gestalten. Die „erbuntete“ Tonne kann dann mit ein paar Klicks in die Tonnengalerie [2] hochgeladen werden.

Zum vorläufigen Endtermin der Aktion (wenn es denn ein endgültiges Ende überhaupt geben wird) werden alle gestalteten Tonnen für einen guten Zweck versteigert. Der gute Zweck heißt „Verbesserung der Startchancen für Mülheimer Jugendliche“ und ist Bestandteil des ZIEL-Projekts [4], dessen Mitglieder bereits heute realisieren, was die 2009 in Deutschland in Kraft getretene UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung [5] der Politik und den Bürgern ins Pflichtenheft geschrieben hat: Chancengleichheit zu bieten statt Diskriminierung und eine volle gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

So machen die bunten Tonnen nicht nur eine fröhlichere Optik, sondern – und das ist sicher der weit wichtigere Effekt – glücklichere Menschen.

KUNST FÜR DIE TONNE ist ein Beispiel, das Schule machen sollte. Es gibt viele graue Tonnen und viel zu viele Kinder, die wegen mangelnder Förderung schlechte oder gar keine Chancen haben.

Links zum Beitrag:

Wie geht „KUNST FÜR DIE TONNE“? [6] Anleitung für Interessierte

Mitwirkende?

MHEG Mülheimer Entsorgungsgesellschaft [7]

Rathaus Mülheim Ruhr [8]

SWB – Service-Wohnungsvermietungs- und -baugesellschaft [9] (hat Generalvollmacht zum „Erbunten der Tonnen gegeben – finanziert auch selbst einige Tonnen?)

Kunst für die Tonne in der Presse (noch viel zu wenig!):

Der Westen [10]

Radio Mülheim [11]

twittern [12] für die Tonnen

idr – informationsdienst Ruhr [13]