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Neues von Actimel – nach dem Windbeutel das Werbeverbot

Was in Deutschland noch nicht möglich war, das ist in Großbritannien, dem Land der Lebensmittelampel, jetzt wahr geworden. Eine Werbelüge wird als solche bezeichnet und ihre weitere Ausstrahlung verboten.

Wie die Süddeutsche Zeitung [1] berichtet, hat die britische Werbeaufsicht die umstrittenen Spots für den Joghurt-Drink gestoppt. Eine eindeutige Bestätigung der Informationen, die deutsche Verbraucher bereits vor Monaten von foodwatch [2] erhalten haben. Und ein Beweis für unsere Macht als Verbraucher, wenn wir nur die Möglichkeiten der neuen Kommunikationstechniken nutzen und uns zusammentun.

Nachfolgend der Text aus dem dazugehörigen foodwatch-Newsletter

Actimel Spot verboten

Spielende, glückliche Kinder. Dann ertönt dazu eine Stimme aus dem Off: Die Kleinen „lieben“ Actimel, und der Trinkjoghurt sei gut für ihre Gesundheit – was „wissenschaftlich belegt“ sei. Alles Humbug, meint die britische Werbeaufsicht ASA und verbietet Hersteller Danone, diesen und ähnliche TV-Spots in Großbritannien zu zeigen. Das Werbeverbot zeigt: Der Konzern hat den „Goldenen Windbeutel“, mit dem foodwatch Actimel im Frühjahr für die dreisteste Werbelüge ausgezeichnet hatte, absolut verdient. Mit einem angeblich wissenschaftlich erwiesenen Gesundheitsversprechen für Kinder darf Danone nun zumindest in Großbritannien nicht mehr werben. Warum die von Hersteller Danone zitierten Studien für den Schluss, Actimel aktiviere die Abwehrkräfte von Kindern, nicht geeignet sind, erfahren Sie in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung. Und auf abgespeist.de können Sie sich auch direkt bei Danone über das probiotische Märchen Actimel beschweren [3].

Goldener Windbeutel geht an Actimel

Zur Information über das Ergebnis der Verbraucherwahl veröffentlichen wir hier den Informationstext, den foodwatch [4] an alle angemeldeten Besucher ihrer Seiten geschickt hat. Wir danken dem foodwatch-team für die Genehmigung.

Hallo und guten Tag,

mehr als 35.000 Verbraucher haben abgestimmt und auf abgespeist.de den schlimmsten Fall von Etikettenschwindel gekürt. Nun steht der „Gewinner“ fest: Der vermeintliche Wunderjoghurt Actimel bekam satte 47% der Stimmen und ist damit aus Verbrauchersicht die größte Werbelüge des Jahres. Der Drink ist überteuert, zuckersüß und kann keineswegs vor Erkältungen schützen, wie der Hersteller in seiner Werbung suggeriert.
Dreist, dreister, Danone:  Zu Recht erhielt der Konzern am vergangenen Freitag den „Goldenen Windbeutel 2009“ für seine überzogenen Gesundheitsversprechen, mit denen er seinen Kunden das Geld aus der Tasche zieht.

Zu der von foodwatch beabsichtigten Preis-Übergabe am Deutschland-Sitz von Danone nahe München kam es jedoch nicht. Der Preisträger zeigte sich so verschnupft, dass nicht einmal mehr eine ganze Palette Actimel geholfen hätte – Danone wollte den Verbraucher-Preis einfach  nicht annehmen. Dafür informierte aber ein menschengroßes Actimel-Fläschchen Passanten in der Münchener Innenstadt über den großen Joghurt-Schwindel. Bilder und Film von der foodwatch-Aktion sind jetzt online abrufbar [5] , ebenfalls abrufbar Details zum Ausgang der Wahl [6].

Und während bei Danone von Einsicht keine Spur ist, zeigt die abgespeist-Kampagne erste Erfolge. Zum Beispiel beim „Biene Maja“-Drink, mit 19 % Zweitplatzierter der Windbeutel-Wahl. Jahrelang wurde den Eltern vorgegaukelt, es handele sich hierbei um ein ausgewogenes Kindergetränk – dabei enthält es deutlich mehr Zucker als Cola. Zum Jahreswechsel nahm Bauer die Zuckerbombe vom Markt. Die pummelige Biene hat ausgeflogen, stattdessen ist der etwas schlankere „Bugs Bunny“ ins Kühlregal gehoppelt – immerhin mit weniger, wenn auch noch immer nicht wenig Zucker. Noch im Laufe der Wahl zum Goldenen Windbeutel reagierte auch Eckes-Graninis „Frucht-Tiger“, der wegen der zugesetzten Citronensäure (E 320) die Zähne stark angreift, wird nun nicht mehr irreführend als „gesunder Durstlöscher“ beworben.

Das alles zeigt: Verbraucher brauchen sich die legalen Tricks und Täuschungen der Industrie nicht länger gefallen zu lassen. „Gratulieren“ Sie deshalb jetzt Danone zum „Goldenen Windbeutel 2009“ und protestieren Sie gegen unhaltbare Werbeversprechen von Actimel, online bei unserer Mitmach-Aktion [3]. Und natürlich wird foodwatch der Industrie auch in Zukunft auf die Finger schauen. Spätestens seit vergangenem Freitag ist klar: Für windige Werbung gibt’s den Goldenen Windbeutel!

Der vorstehende Text stammt aus der foodwatch-Redaktion und wurde von uns lediglich an den Stellen bearbeitet, an denen es Linkhinweise gibt.

red/dk