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Aufgeklärte Verbraucher sind mächtige Verbraucher

Immer noch prellen oder täuschen Unternehmen ihre Kunden, nutzen Unwissenheit oder bestehende Gesetzeslücken aus, um sich auf unlautere Art und Weise Vorteile zu verschaffen. Mangelhafte Hygiene, falsche Kennzeichnungen, fehlende Haltbarkeitsdaten und Mogelpackungen sind nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Katalog der möglichen Verstöße zum Nachteil der Kunden. Verbraucherschützer helfen, doch ihre Möglichkeiten sind begrenzt. Zwar haben sich die Verbraucherschutzrechte in den letzten Jahren deutlich positiv entwickelt, in einigen Bereichen ist der Verbraucherschutz in Deutschland der Weitreichendste in Europa, trotzdem sind Verbraucherschutz und -aufklärung auch weiterhin ein ständiges Spannungsfeld zwischen Industrie, Handel und Kunden.

Ein weiterer wichtiger und einer immer größeren Zahl von Verbrauchern bewusst werdender Aspekt beim Umgang mit Warenangeboten, ist die Frage nach den Produktionsbedingungen und Lebensverhältnissen in den Herkunftsländern einer Ware. Und auch hier muss festgestellt werden, dass der kleine Preis bei uns oft mit unerträglichen Zuständen im Ursprungsland einer Ware bezahlt wird.

Auch wenn Skandale und Verstöße durch die hohe Medienpräsenz heute häufig, schnell und weltweit publik werden, führt der hohe Aktualitätendruck immer wieder dazu, dass die an Skandalen beteiligten Unternehmen nur für kurze Zeit, zu kurze Zeit, im Fokus der Öffentlichkeit stehen.

Diese Zustände können nur verändert werden, wenn wir als Verbraucher regelmäßig zeigen, dass wir alle Unternehmen, die gegen die Regeln der Fairness und der Ehrlichkeit verstoßen, dadurch bestrafen, dass wir sie bei unseren Käufen nicht berücksichtigen.

Je besser wir über Hintergründe und Zusammenhänge Bescheid wissen, desto zwingender und wirkungsvoller können wir diese Macht ausüben. Dazu bedarf es einer Grundlage aus wahrheitsgemäßen und sachlichen Informationen, deren Ziel es nicht ist, jemanden zu schädigen sondern die ausschließlich dazu dienen, die Beendigung eines Missstandes herbeizuführen.

Mit diesem Beitrag möchten wir auf Organisationen aufmerksam machen, deren Arbeit auf die Erreichung dieser Ziele ausgerichtet ist und die frei von wirtschaftlichen oder politischen Abhängigkeiten Missstände aufzeigen und bekämpfen oder wichtige Informationen.

Billige Preise auf Kosten anderer Menschen

Ein Markt, in dem die Gleichung „Billiger Preis in Europa = menschenunwürdige Arbeitsverhältnisse wo anders auf der Welt“ in besonderem Maße stimmt, ist der Markt für Bekleidung. Seit Jahren bemühen sich zwei Organisationen regelmäßig darum, Missstände aufzudecken und durch aufrüttelnde Aktionen dafür zu sorgen, dass diese Missstände und die Namen der Beteiligten den Konsumenten in den Wohlstandsländern bekannt werden.

Die Aktion Saubere Kleidung [1] wurde 1990 in den Niederlanden gegründet und existiert heute in vielen europäischen Ländern. AVAAZ [2] führt Menschen aus allen Kulturen zusammen, um gemeinsam an grundsätzlichen Verbesserungen zu arbeiten: dem Schutz der Umwelt, die Achtung von Menschenrechten und die Bekämpfung von Armut, Korruption und Krieg. Den FAIREN Handel fördern will das ökumenische Netzwerk INKOTA [3], eine Organisation, zu deren Gründern 1957 u.a. Dr. Lothar Kreyssig, Bischof Kurt Scharf, Willy Brandt, Heinz Galinski gehörten.

Codecheck sagt was drin ist in Essen und Trinken

Leider hat die Politik es in Deutschland noch nicht geschafft, ein verbindliches Informationssystem zur Kennzeichnung von Inhaltsstoffen bei Lebensmitteln zu schaffen. Das englische „Ampelsystem“ ist bei uns noch Gegenstand heftiger politischer Diskussionen. Erst seit kurzer Zeit hat auch der zuständige Bundesminister den Nutzen einer klaren Kennzeichnung erkannt und seine Meinung, dass die Verbraucher „überfordert“ seien, revidiert.

In unserem Nachbarland Schweiz gibt es seit einigen Monaten ein „selbstlernendes System“, dass es erlaub, über den EAN-Code eines Produkts Inhaltsstoffe und deren Bedeutung für den bio-chemischen Haushalt des Menschen zu erfragen. Als Nutzer kann man auch selbst neue Artikel in das System einpflegen und so die Datenbank weiter auffüllen.

Das erste Online-Produkthandbuch von codecheck [4] bringt Ihnen Transparenz zu Inhaltsstoffen und liefert darüber hinaus ergänzende Informationen von Fachleuten.

red/dk